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Steuerklassen

Steuerklassen

Die einzelnen Steuerklassen im Überblick

Für eine Erleichterung zur Ermittlung der zu zahlenden Lohnsteuer werden Arbeitnehmern Steuerklassen zugeordnet. Die verschiedenen Einkommenstarife der Grund- und Splittingtabelle und die Frei- und Pauschbeträge sind in die Lohnsteuertabelle eingearbeitet. Der Arbeitgeber ist bei der Abrechnung an die vom Arbeitnehmer angegebene Steuerklasse gebunden und darf diese nicht ändern. Eine Änderung muss durch den Arbeitnehmer beim Finanzamt beantragt werden, wenn diese falsch ist. Er ist dazu verpflichtet, wenn eine Änderung der Lebensumstände eine Einstufung in eine ungünstigere Steuerklasse bedeutet (§ 39 Abs. 5 EStG). Unter diese Regelung fällt auch der Fall, wenn sich die Kinderfreibeträge ändern. Die Meldepflicht besteht nicht, wenn durch die Änderung von Meldedaten ein Änderungsprozess automatisch angestoßen wird.

Für die steuerpflichtigen Arbeitnehmer gibt es die Steuerklassen I bis VI.

Steuerklasse I

Darunter fallen Arbeitnehmer die

  • ledig oder geschieden sind
  • die verheiratet sind, aber dauerhaft getrennt leben oder deren Ehegatte im Ausland lebt
  • die verwitwet sind, wobei hier das Jahr nach dem Sterbejahr noch unter Steuerklasse III fällt

Bei nicht verheirateten Eltern von Kindern ist als Lohnsteuerabzugsmerkmal die Lohnsteuerklasse I zu wählen. Die Begründung dafür liegt darin, dass sich diese bewusst dazu entschieden haben.

Steuerklasse II

Zu dieser Klasse werden Arbeitnehmer gezählt, wenn sie zu Steuerklasse I gehören und der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zusteht. Für Alleinerziehende gibt es einen jährlichen Entlastungsbeitrag. Dieser Betrag liegt seit dem Jahr 2015 für das erste Kind bei 1.908€ pro Jahr und erhöht sich mit jedem weiteren Kind um 240€. Bei alleinerziehenden Eltern mit zwei Kindern liegt der Betrag also bei 2.148€ pro Jahr. Voraussetzung dabei ist, dass das Kind mit dem Elternteil zusammenlebt. Ein Anspruch auf Lohnsteuerklasse II besteht hier zu keiner Zeit. Bei beschränkt Steuerpflichtigen wird diese Klasse ebenfalls nicht angewendet.

Anspruch auf diesen Freibetrag hat der Elternteil, der Anspruch auf Kindergeld oder den Kinderfreibetrag hat.

Steuerklasse III

Zu dieser Steuerklasse werden Arbeitnehmer gezählt, die

  • verheiratet sind und nicht dauerhaft vom Ehepartner getrennt leben, wenn dieser im Inland lebt. Der Ehegatte darf außerdem keinen Lohn beziehen oder muss in der Steuerklasse V eingestuft sein.
  • verwitwet sind und sich im Sterbejahr oder im darauf folgenden Jahr befinden. Danach wird eine Einstufung in Steuerklasse I erfolgen.

Als Voraussetzung müssen die Partner in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft leben bzw. gelebt haben.

Steuerklasse IV

Zu dieser Klasse zählen Arbeitnehmer, die verheiratet sind, nicht dauerhaft getrennt leben und der Ehegatte ebenfalls Gehalt bezieht. Es besteht bei den zugehörigen dieser Klasse noch die Möglichkeit sich für die Möglichkeit einer Kombination aus Steuerklasse III und V zu entscheiden. Als Voraussetzung gilt hier natürlich auch, dass beide Partner in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben.

Steuerklasse V

Die Steuerklasse V erhalten Zugehörige der Steuerklasse III, wenn beide Lebenspartner arbeiten und einer der beiden die Klasse III erhalten soll. In diesem Fall ist von beiden ein Antrag notwendig.

Steuerklasse VI

Die Steuerklasse VI gilt ausschließlich für ein zweites bzw. jedes weitere Dienstverhältnis, welches neben einer Hauptbeschäftigung betrieben wird. Für das erste Dienstverhältnis gilt weiterhin die Stammsteuerklasse (I bis V). Dies gilt aber nicht für jedes Arbeitsverhältnis. Bei geringfügig Beschäftigten, z.B. 450-Euro-Job, müssen keine Lohnsteuerabzugsmerkmale abgewendet werden.

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Die Wahl der Steuerklasse für Eheleute bzw. Lebenspartner

Wenn beide Eheleute Gehalt beziehen, werden diese Gehälter gemeinsam besteuert. Der Abzug der Lohnsteuer kann durch den Arbeitgeber aber nur für einen Ehepartner erfolgen. Die gemeinsame Versteuerung kann also nur am Jahresende durch die Steuererklärung erfolgen. Es kann also sein, dass zu viel oder zu wenig Steuern abgeführt werden.

Wie bereits erwähnt, können Ehegatten beantragen, dass statt der Steuerklasse IV für beide Partner die Steuerklassen III und V verwendet werden. Gerade bei unterschiedlichen Steuerklassen kommt es zu Differenzen zwischen zu zahlenden Steuern und gezahlten Steuern, so dass eine Nachzahlung bzw. Rückerstattung keine Seltenheit ist. Wenn beide Lebenspartner der Steuerklasse IV zugeordnet wurden und ein vergleichbares Gehalt haben, ist die Steuerzahlung mit großer Wahrscheinlichkeit korrekt verlaufen und es müssen keine bzw. nur wenige Steuern nacherhoben werden.

Es empfiehlt sich daher für Eheleute mit vergleichbaren Gehältern die Steuerklasse IV anzunehmen.

Bei größeren Gehaltsunterschieden sollte eine Aufteilung in die Klassen III und V in Betracht gezogen werden. Eine Änderung der Steuerklassen ist auf Antrag möglich. Dies ist aber nur einmal pro Jahr gestattet. Der Antrag muss beim Finanzamt eingereicht werden bis spätestens 30. November des laufenden Jahres, um für das folgende Jahr geändert zu werden. Ausnahmen von dieser Regelung sind, wenn ein Lebenspartner arbeitslos wird oder verstirbt. Eine dauerhafte Trennung des Paares stellt ebenfalls eine Ausnahme dar.

Das Faktorverfahren

Zu den Kombinationsmöglichkeiten IV/IV und III/V bei der Wahl der Steuerklassen von Eheleuten gibt es noch eine weitere Möglichkeit: Das Faktorverfahren.

Hier wird vom Finanzamt unter Berücksichtigung von in Betracht kommenden Steuerermäßigungen die Einkommensteuer  nach der Splittingtabelle für jeden Ehepartner ermittelt. Diese wird dann ins Verhältnis gesetzt zu der nach Klasse IV zu zahlenden Summe beider Lohnsteuern. Der daraus entstehende Faktor ist immer kleiner als 1. Der Arbeitgeber ermittelt daraufhin die zu zahlende Lohnsteuer nach Klasse IV, wendet den Faktor darauf an und erhält so die Lohnsteuersumme. Noch nicht berücksichtigt sind dabei Kinderfreibeträge und ähnliche Freibeträge, was dann am Jahresende durch die Steuererklärung gemacht wird. Der berechnete Faktor ist inzwischen für 2 Jahre gültig, um die Ämter zu entlasten, die zuvor jedes Jahr den Faktor neu ermitteln mussten. Nach wie vor muss man die Ermittlung des Faktors beantragen.

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